Das Kleeblatt
Es war bei den Kelten heilige Zauberpflanze. Im Mittelalter galt es wegen seiner Dreiblättrigkeit Dreifaltigkeits-Symbol. Gelegentlich wurde sie als Heilpflanze auch auf Maria bezogen.
Für Fürth sind die überlieferten Fakten mager: Seit dem 16. Jahrhundert taucht das Kleeblatt auf Häusern, Siegeln und Münzen auf. 1723 wurde es das amtliche Siegel der Gemeinde.
Der Fürther Chronist Fronmüller behauptet (1872), dass das Kleeblatt die in Fürth friedlich zusammen lebenden drei Konfessionen der Protestanten, Juden und Katholiken symbolisiere.
Die Besonderheit Fürths der „Dreiherrschaft“ (Domprobst von Bamberg, Markgraf von Ansbach und Reichsstadt Nürnberg) mag sich im dreiblättrigen Kleeblatt spiegeln. Nachweisbar ist es nicht.
Die merkwürdigste Erklärung ist, dass vornehme Durchreisende die Fürther "Kleeblättler" nannten. Ihnen wurde Allebatrie ("À la patrie"?), eine Art Suppe als Fürther Spezialität serviert, die aus folgenden Zutaten bestand: Krebse, Kälberbries, Ochsengaumen, Morcheln, grüne Erbsen, Hühner, Tauben, Leber, Kälberohren, Gänsemagen, Schnecken, Artischocken, Trüffel, Spargel, Hopfenkeime, Schwarzwurzeln und Sellerie. Garniert war die Schüssel mit Kleeblättern.
Das vierblättrige Kleeblatt jedenfalls ist eines der "Ursymbole" und symbolisiert im Indischen das Dach der Welt mit den umgebenden vier großen Kulturen (indisch, tartarisch-mongolisch, griechisch-europäisch, chinesisch). Auch in den Karpaten ist es ein Sinnbild der Welt.